​Eine Sache des Stils...

Ist der Entschluss gefasst, Kinder großzuziehen stellt sich vielen bereits die nächste Frage: Welchen ​ERZIEHUNGSSTIL möchte ich bei meinen Kindern anwenden oder wende ich bereits an? Welche Erfahrungen dazu haben Sie selbst gemacht und was verbinden Sie damit? Sind die Assoziationen eher negativ oder positiv?

In den ersten 6 Lebensjahren ist der Einfluss der Erwachsenen auf Heranwachsende immens und sehr prägend. Umso wichtiger ist hier im Vorfeld eine Bewusstseinsentwicklung der Erwachsenen.

Hierbei geht es weniger um richtig und falsch sondern eher um das Bewusstwerden/-machen der eigenen Rolle bzw. auch des Auftrages und das langfristige Ziel, was ich denn vermitteln möchte.

Es gibt heutzutage auch viele Sendungen, die das komplexe Thema Erziehung aufgreifen. So gibt es z.B. spezielle Sendungen, die konkret zwei Familien, mit einem komplett entgegengesetzten Erziehungsstil voneinander gegenüberstellen. Extrempolarisierende Meinungen sind die eine Folge davon, eine mögliche Verwirrung die andere, denn wir suchen gerade in dieser von Inputs überlaufenden Welt mehr denn ja nach einem „roten Faden.“ Getreu dem Motto: Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hilft vielleicht eine grobe Übersicht über die einzelnen Erziehungsstile:

Autoritärer Erziehungsstil – Grenzen ohne Freiheit

Was wird hier vermittelt: Gehorsam – das, was die Eltern wollen, geschieht

Methoden: Bestrafung – Belohnung

Das Beziehungsverhältnis ist hierachiegeprägt, Eltern sind oben, Kinder untern. „Ich bin der große, du bist der kleine!“

  • Kinder erleben Eltern häufig als streng, unnachgiebig, kompromisslos aber auch distanziert. Sie lernen die Welt in gut-böse, richtig-falsch zu schneiden und Sicherheit wird oft nur innerhalb von festen Regelwerken erlebt. In der Pubertät sind die Kinder mit diesem Erziehungsstil häufig rebellisch.

Permissiver Erziehungsstil – Freiheit ohne Grenzen

Was wird hier vermittelt: Individuelle Selbstentwicklung

Methoden: Nachgeben, Manipulation, Umkippen in autoritäre Muster

Das Beziehungsverhältnis besteht oft aus einer „Freundschaft“, die allerdings nicht unbedingt auf Respekt basiert – bis hin zur Disneyland-Diktatur

  • Kinder erleben Eltern häufig als schwach. Es entsteht ein Mangel an stabiler Orientierungshilfe. Sie sind häufig quengelig, fordernd oder ich-zentriert. Wenn es Widerstand gibt, sind Eltern oft unsicher und haben keine Durchsetzungsfähigkeit. Typisch auch das Prinz-Prinzessinen Gehabe.

Demokratischer Erziehungsstil – Freiheit innerhalb von Grenzen

Was wird hier vermittelt: Selbstverantwortung, Unabhängigkeit

Methoden: Freiheit innerhalb sicherer Grenzen einräumen, respektvoller Umgang, Akzeptanz der persönlichen Individualität

Das Beziehungsverhältnis ist partnerschaftlich innerhalb festgesteckter Grenzen. Es gibt eine natürliche Führungsautorität außerhalb dieser.

  • Kinder erleben Eltern als natürliche Autorität, sie entwickeln nach und nach Selbstbestimmtheit, verhalten sich kooperations- und teamorientiert, sind selbstbewusst und verantwortungsbereit.

Dieser Erziehungsstil vermittelt Achtung und Respekt. Etwas, was sich am Ende jeder Mensch von seinem Mitmenschen wünscht, nicht? Zudem lernen Kinder sich selbstverantwortlich innerhalb von Grenzen zu bewegen.

Wie wirken diese Informationen auf Sie? Sind Ihnen einige Bereiche bewusst schon aus eigener Erfahrung aufgefallen? Beschäftigen Sie sich damit, was sie selbst für richtig erachten, finden sie Ihren eigenen Weg und dann ergibt sich eine für Sie und vor allem für Ihre Kinder Vorgehensweise, die alle drei Stile miteinander verbinden kann. Erziehung kann bunt sein und viele Facetten haben – so wie das Leben auch.

written by R. Egger​

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